Welt der Tiere
Leidet mein Tier unter Neurose?
Die Neurose ist eine psychische Verhaltensstörung von längerer Dauer und entsteht erst im Laufe der Entwicklung. Zur Bestätigung einer solcher Diagnose müssen vom Tierarzt organische Störungen als Ursache des Fehlverhaltens ausgeschlossen werden. Eine Neurose kann sich durch abnorme Erlebnisse, nicht normale Entwicklungen und beim Vorliegen eines inneren Konflikts entwickeln. Diese widersprüchliche innere Reaktion führt beim Tier zu einem Leidenszustand, welcher sich in vielfältigen Anzeichen äußert: allgemein ängstlich-nervöses Verhalten, gestörte Angst- und Erregungskontrolle,
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gestörte Frustrationskontrolle, verstärkte Neigung zu aggressivem Verhalten, Entwicklung zu Stereotypien und Zwangsverhalten, Hyperaktivität, erhöhte Wachsamkeit, gestörtes Lernverhalten, Hypersexualität, Verstärkte Neigung zu Trennungsstress und zu Phobien. Diese typischen Symptome beschreiben ein so genanntes Deprivationssyndrom; negative körperliche und seelische Begleitfolgen als Reaktion auf mangelnde Reize und Zuwendung bei Tieren, bedingt durch isolierte und reizarme Aufzuchtsbedingungen. Das Deprivationssyndrom steht ursächlich in Zusammenhang mit einer Schädigung des dopaminergen Systems des Stirnhirns, welches für das Glücksgefühl, dass das Tier mit einer erhaltenen Belohnung verbindet, zuständig ist. Während kurzfristige und akute Störungen abnorme Erlebnisreaktionen hervorrufen, entsteht die Neurose durch frühzeitige, chronische Störungen und Frustrationen. Kein oder ein zu geringer Kontakt mit Artgenossen und Menschen in der frühen Phase der Sozialisation (ab 5. / 6. – 12. Lebenswoche) führt zum so genannten "Kaspar-Hauser-Syndrom". Bei diesem reagiert der Hund, um den auftretenden Sozialstress zu kompensieren, nachfolgend auf jeglichen Kontakt mit Angst oder mit Aggression. Besteht in der darauffolgenden Habituationsphase (12. – 16. Lebenswoche), in welcher die späteren Verhaltensmuster automatisiert werden, ein Reizmangel, so führt das nicht selten zu übersteigerter Schreckhaftigkeit, unangemessenen Fluchtreaktionen, Stereotypien (zwanghafte wiederholte Handlungen)und Phobien (unbegründete, anhaltende Angst vor bestimmten Situationen) sowie zu Deprivationsstörungen (Mangelzuständen). Traumatische und schmerzhafte Erfahrungen in der frühen Phase der Sozialisation prägen somit auch den zukünftigen Charakter des Tieres.
Quelle: mdr.de, wikipedia.org
Quelle: mdr.de, wikipedia.org
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