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U1 Untersuchung nach der Geburt


Die ersten Tage nach der Geburt sind für den Säugling besonders kritisch. Der Säugling muss sich an die neue Umgebung anpassen. Nach der Durchtrennung der Nabelschnur wird das Neugeborene nicht mehr von der Mutter versorgt. Er muss nun selbstständig atmen, und der Kreislauf stellt sich um. Die ersten Minuten und Stunden sind eine besonders empfindliche Phase. Die Erstuntersuchung direkt nach der Geburt deckt mögliche Anpassungsstörungen an die neue Umwelt auf, die schnell behandelt werden können. Ein Beispiel ist die Gefahr des Sauerstoffmangels. Deshalb wird die U1 direkt nach der
Geburt durchgeführt. Die zweite Untersuchung U2 wird zwischen dem dritten und dem zehnten Tag als ausführliche Basisuntersuchung vorgenommen. Die Erste Untersuchung U1 findet direkt nach der Geburt statt und dauert meist nur wenige Minuten. Sofort nach der Entbindung überprüft der Frauen- oder Kinderarzt durch Beobachten, Abtasten und Bewegen die Körperfunktionen des Babys und verschafft sich einen ersten Eindruck von seinem Gesundheitszustand. Dazu gehören Atmung, Herzschlag, Reflexe, Muskelspannung und Hautfarbe des Säuglings (das so genannte APGAR-Schema). Es wird der Reifezustand des Kindes beurteilt. Der Arzt beobachtet, wie aktiv das Kind ist, wie es sich bewegt und wie es reagiert. Die erste Untersuchung liefert Anhaltspunkte, ob das Neugeborene dringend medizinische Hilfe benötigt. Aus der durchtrennten Nabelschnur wird etwas Blut gewonnen, um den pH-Wert zu bestimmen. Dieser Wert gibt einen Hinweis auf die Versorgung des Kindes mit Sauerstoff und möglichen Stress unter der Geburt.
Das Neugeborene wird gewogen, seine Körperlänge und sein Kopfumfang gemessen. Der Puls in den Leisten zeigt, ob das Herz das Blut normal in den Körper pumpt. Mit einem Stethoskop prüft der Arzt die Herzfunktion, die Herzgeräusche und die Belüftung der Lunge. Die Beobachtung des Brustkorbs während der Atmung gibt Aufschluss über die Lungentätigkeit. Der Arzt untersucht außerdem, ob Missbildungen vorliegen oder ob der Säugling sich bei der Geburt verletzt hat.
Besitzt die Mutter eine Blutgruppe mit negativem Rhesusfaktor (rh-negativ) oder Blutgruppe 0, wird bei dem Kind nach der Geburt Blut abgenommen, um ebenfalls eine Blutgruppenbestimmung durchzuführen. Hat das Kind einer rh-negativen Mutter eine rh-positive Blutgruppe, wird der Mutter eine Spritze zur so genannten Anti-D-Prophylaxe verabreicht.



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