Kinder
Wie verarbeiten Geschwisterkinder einen Abbruch?
Auch Geschwisterkinder benötigen manchmal (professionelle) Hilfe, um einen Schwangerschaftsabbruch zu verarbeiten: Sie sollten nicht davon ausgehen, dass diese nicht bemerken, dass etwas "nicht stimmt". Kinder haben ein feines Gespür für solche Situationen und werden spätestens aus dem ungewohnten Verhalten der Eltern "lesen", dass es offenbar ein Problem gibt, das irgendwie mit dem Baby in Mamas Bauch zusammenhängt. So berichtet eine Mutter nach dem Abbruch der Schwangerschaft in der 20. Woche wegen der Dignose Down-Syndrom (Trisomie 21): "Kira hat alles mitbekommen. Es muss sie sehr
gekränkt haben. Sie wollte diesen Bruder. Sie hatte mir vor der Abbruch ein Buch über ein Kind mit einer behinderten Schwester hingelegt. Kira war der Anwalt des Ungeborenen, nach dem ich mich gesehnt hatte. Ich habe es damals nicht gesehen. Jetzt, drei Jahre später, bin ich wieder in der 21. Woche. Kira hat sich lange nicht gefreut. Sie wartet, ob dieses Kind bleibt. Erst in den letzten Tagen hat sie ein kleines bisschen Freunde gezeigt. Wahrscheinlich, weil mein Bauch weiterwächst". Sofern Geschwisterkinder bisher in den Verlauf der Schwangerschaft einbezogen wurden und den Wunsch danach haben, sollten sie ihrem Alter entsprechend über den Schwangerschaftsabbruch und die Gründe hierfür aufgeklärt werden. Oft ist es je nach Alter und Verständigkeit des Kindes gut, es zumindest vorerst so zu erklären, dass das Baby sehr krank war und darum nicht weiterleben konnte. Auch noch ungeborene Babys werden oft von ihren Geschwistern mit verschiedenen Erfahrungen, Bildern, Gedanken und Erwartungen in Verbindung gebracht. Von einigen müssen sie Abschied nehmen, andere können in der Erinnerung bleiben. Werden Kinder über die tatsächlichen Hintergründe des Abbruchs unsensibel aufgeklärt, verwickeln sich Bezugspersonen gar in Widersprüche u.ä., kommt es nicht selten bei ihnen zu Ängsten, die sich zum Teil in Verhaltensstörungen (z.B. extremer Anpassung, es den Eltern immer recht machen wollen, massive Alpträume) äußern können: Sie bekommen mit, dass die Eltern sich gegen ein Weiterleben des vorher ja in der Regel sehr freudig erwarteten Geschwisterchens entschieden haben. Sie bekommen mitunter Sorge, dass die Eltern auch über ihr (Weiter-)Leben entscheiden könnten, wenn sie z.B. krank werden oder behindert oder sich in anderer Weise nicht so verhalten und entwickeln, wie ihre Eltern es wünschen. Solche Befürchtungen sind unbedingt erst zu nehmen! Auf solche Sorgen gewissermaßen präventiv einfühlsam einzugehen, kann hilfreich sein und Geschwisterkinder beruhigen.
Autor und Quelle: regenbogenzeiten.de
Autor und Quelle: regenbogenzeiten.de
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