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Ein Baby trotz HIV-Infektion II


Da das Infektionsrisiko für das Kind bei der Geburt besonders hoch ist, mussten auch strenge gynäkologische Untersuchungen durchgeführt werden, um auszuschließen, dass Infektionen der Scheide oder des Muttermundes auftraten, die zu einem vorzeitigen Blasensprung oder Wehen hätten führen können.
Von einer Fruchtwasserpunktion wurde abgeraten. Allerdings wurden Ultraschall-Feinuntersuchungen des Kindes durchgeführt. "Die Zeit der Schwangerschaft war sehr hart für mich. Aber ich habe viel Hilfe bekommen. Mein Freund kam wieder zu mir zurück und machte mir sogar einen Heiratsantrag.
Ein Baby trotz HIV-Infektion II
Vielleicht nicht so sehr aus Liebe. Vielleicht mehr aus Verantwortungsgefühl dem Kind gegenüber. Aber auch das hat mir sehr gut getan. Die Ärzte unterstützten mich ebenfalls. Von niemanden bekam ich einen Vorwurf zu hören", erzählt Maike weiter. "Eine Ärztin hat meine Schwangerschaft sogar begrüßt, weil sie meinte, wie sehr dies meinen Lebenswillen zeigen würde." In der 37. Schwangerschaftswoche wurde der kleine Kai durch Kaiserschnitt entbunden. Damit wurde das Infektionsrisiko entscheidend gesenkt. Nach der Geburt erhielt Kai zur Prophylaxe eine antiretrovirale Therapie. Auf das Stillen musste Maike verzichten, da dies ebenfalls eine Ansteckungsquelle darstellt.
"Natürlich wollte ich so schnell wie möglich wissen, ob mein Kind gesund ist", erzählt die Mutter. "Aber das bange Warten hatte noch kein Ende." Erst wenn das Kind 15 - 18 Monate alt ist, kann ein IgG-Antikörpertest eine verlässliche Aussage bieten. "Ich war so froh, als es hieß, dass keine Virusbestandteile im Blut vorhanden waren! Kai war negativ!" freut sich Maike heute. Die junge Mutter ist noch immer symptomfrei, die Immunschwächekrankheit ist bei ihr noch nicht ausgebrochen. Ihre Lebenserwartung wird von den Ärzten sehr hoch eingeschätzt. Denn die AIDS-Therapie ist in den letzten Jahren sehr weit voran geschritten. Für ihre körperliche Gesunderhaltung sorgt auch Maike selbst: "Viel Sport, Vitamine, frische Luft und ausreichend Schlaf, das ist das mindeste was ich täglich für mich mache. Schließlich habe ich ein schönes Lebensziel: Meinen Sohn aufwachsen zu sehen und als Mutter ihm zur Seite zu stehen."



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