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Finanzen und Anlagen

Welche Managementstile gibt es?


Generell kann man zwischen aktivem und passivem Management unterschieden. Das Hauptaugenmerk des aktiven Managements ist darauf gerichtet, eine bessere Performance als die Benchmark zu erzielen, d.h. es soll eine bessere risikoadjustierte Performance als der Vergleichsmaßstab erreicht werden. Hierbei muss die zu verwendende Benchmark im Vorfeld exakt definiert werden, um überhaupt den Erfolg eines aktiv gemanagten Portfolios bestimmen zu können. Im Rahmen des aktiven Portfoliomanagements gibt es im wesentlichen drei Techniken, die zur Anwendung kommen: Die Aktienselektion (Stock Picking)
erfordert eine sehr gute Prognosefähigkeit des Managers hinsichtlich der Entwicklung der einzelnen Aktientitel. Dies bedarf Informations- und Interpretationsvorsprünge, die der Manager mit Hilfe seines Analystenteams gegenüber den durchschnittlichen Investoren erlangen will. Unter dem Timing versteht man die Fähigkeit die optimalen Ein- und Ausstiegszeitpunkte der Investition in einzelne Wertpapiere zu finden. Bei der Branchenrotation gilt es, frühzeitig Aufschwünge einzelner Branchen zu erkennen und daran zu partizipieren. Beim passivem Fondsmanagement geht man von der Annahme hinreichend effizienter Aktienmärkte aus, wonach es nicht möglich ist, dauerhaft risikoadjustierte Überrenditen zu erzielen. Die Strategie ist auf die weitgehende Nachbildung (Index Tracking) einer ausgewählten Benchmark ausgerichtet (Indexfonds).
Beim Investmentstil (die Art und Weise wie der Fondsmanager das Anlagevermögen verwaltet) kann man zwei grundlegende Methoden unterscheiden, den Value- und den Growth-Ansatz. Der Fonds-Manager orientiert sich beim Value-Ansatz bei der Auswahl der im Fonds enthaltenen Unternehmen nach fundamentalen Kriterien, wie günstigem Kurs-Gewinn-Verhältnis, Dividendenrendite und dass die Firmen nachhaltige Substanz, eine gute Marktstellung oder hohe stille Reserven besitzen.
Die Growth-Anhänger setzen dagegen vor allem auf Gesellschaften, deren Geschäft stark wächst - vorzugsweise aus den Bereichen Technologie, Medien und Telekommunikation.
Allgemeine Regel: In schlechten Börsenzeiten schneidet der Value-Ansatz besser ab, bei einem Kursaufschwung der Growth-Ansatz. Fonds-Manager können weiterhin in Bezug auf den methodischen Auswahlprozess unterschieden werden. Beim Top-down-Stil bestimmt der Manager zunächst die Länder oder Branchen, die er im Fondsdepot übergewichten will. Danach erfolgt die Auswahl der passenden Aktien. Bei der Bottom-up-Strategie wird der umgekehrte Weg gewählt. Es steht die Auswahl von Einzelwerten im Vordergrund. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Landes, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat, sind dabei zweitrangig.
Der Anleger kann sich nur schwer über die genannten Modalitäten informieren. Die Anlagegrundsätze des Fonds müssen zwar in den Prospekt geschrieben werden, den jeder Anleger beim Kauf erhält. Doch oft genug sind die Formulierungen so allgemein wie möglich gehalten um auf geänderte Marktbedingungen flexibel reagieren zu können. So ist es zum Beispiel möglich, bei einem Blue-Chip-Fonds auch kleinere Titel beizumischen, um dadurch die Performance zu steigern.
Quelle: finanzen.net



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